Frequently Asked Questions - Meist gestellte Fragen zum Thema Fliesen
- Was sind Fliesen?
- Welchen Vorteil bieten Fliesen?
- Was ist Steingut?
- Was ist Steinzeug?
- Was ist Feinsteinzeug?
- Gibt es Fliesen aus Glas?
- Was versteht man unter Mosaik?
- Was sind Fliesen aus Granit?
- Was sind Fliesen aus Kalkstein?
- Was sind Fliesen aus Keramik?
- Was sind Fliesen aus Marmor?
- Was sind Fliesen aus Schiefer?
- Was sind Fliesen aus Terrakotta?
- Was sind Bordüren?
- Was versteht man unter Fliesen-Trittsicherheit?
- Was versteht man unter Verdrängungsvolumen?
- Was empfehlen Sie für die Reinigung und Pflege von Fliesen?
- Warum sind Fugen wichtig?
- Welchen Einfluss hat der Untergrund auf die Fliesen?
- Verlegt man rechteckige Fliesen hochkant oder besser quer?
- Zu welchen Farben raten Sie?
- Was ist besser, Naturstein oder Feinsteinzeug?
- Was bedeutet der Fliesenzusatz rektifiziert bzw. kalibriert?
- Hat die Oberfläche einer Fliese direkten Einfluss auf den Pflegeaufwand?
- Was sagt mir „Bewertungsgruppen und Anwendungsbereiche: A 12°-18°“?
- Kann ich das gesamte Bad mit Fliesen bedecken?
- Sollte ich für ein kleines Bad kleine Fliesen nehmen?
- Sind große Fliesen einfacher zu verlegen als kleine Fliesen?
- Kann ich Bodenfliesen auch auf die Wand setzen?
- Sollte man ein Bad oder Nassbereich trotz Fliesen abdichten?
- Wie messe ich korrekt mein Badezimmer für Fliesen aus? Worauf muss ich dabei achten?
- Welche Fliesen sollte man für den Boden in einem Bad nehmen?
- Kann man Fliesen auf alten Fliesen verlegen?
- Können Fliesen, insbesondere rektifizierte Fliesen, fugenlos verlegt werden?
- Müssen Fliesen nach der Verlegung und Verfugung nachbehandelt werden?
- Was tun bei kleineren oder größeren Schäden an der Fliesenoberfläche?
- Was sollte man bei Fugen bedenken?
- Was ist beim Schneiden und Bohren von Feinsteinzeug- und Steinzeugfliesen zu beachten?
- Können Risse in der Glasur entstehen?
- Ist es technisch machbar, unterschiedliche Fliesengrößen im Fugenschnitt zu verlegen?
- Welche Unterschiede gibt es zwischen den Materialien „Glas“ und „Steingut glasiert“?
- Sind Steingut und glasiertes Steinzeug gegen Chemikalien beständig?
- Worauf sollte man bei Fliesen für die Dusche achten?
Was sind Fliesen?
Fliesen nennt man keramische Wand- und Bodenbeläge aus Steingut, Steinzeug oder Feinsteinzeug, die größer als 10x10cm und meist 8-15mm stark sind. Formate, die unter diesen Größen liegen, nennt man Mosaik. Fliesen kann man nach folgenden Kriterien beurteilen: Beschaffenheit der Oberfläche, Ebenheit der Fläche, Abrieb, Wasseraufnahme, Frostbeständigkeit, Flecken- und Chemiekalienverträglichkeit. Beim Kauf sollte man auf die Chargen-Nummer achten, damit alle Fliesen den selben Farbton haben.
- Fliesen besitzen viele Vorteile, hier zählen wir einige auf:
- Fliesen sind gesundheitsfreundlich, da sie keinen Nährboden für gesundheitsschädigende Organismen wie Milben, Schimmel oder andere Mikroben bei normaler Pflege bieten. Aus diesem Grund sind sie besonders für Allergiker geeignet.
- Fliesen brennen nicht, wenn mal heiße Glut von einer Zigarette oder aus dem Ofen fällt.
- Fliesen laden sich nicht auf, so wie viele andere Fußbodenbeläge.
- Fliesen lassen sich leicht, schnell und hygienisch reinigen.
- Fliesen bestehen aus natürlichen Rohstoffen, dadurch kann man die Fliese umweltgerecht entsorgen. Als umweltfreundlich kann man die Fliese auch bezeichnen, weil sie langlebig ist.
- Fliesen sind weniger fleckempfindlich. Bestimmte Feinsteinzeugfliesen sind schon von Hause aus mit einer dementsprechenden Glasur ausgestattet.
- Fliesen stecken Pfennigabsätze einfach weg, da die meisten Fliesen druckbeständig sind.
- Fliesen sind auf Grund Ihrer Herstellung und Versiegelung licht- und farbecht.
- Fliesen sind gerade bei einer Fußbodenheizung von großem Vorteil, weil Keramik die Wärme sehr gut leitet und auch speichert.
Was ist Steingut?
Qualität und Gebrauchsfähigkeit werden primär durch Beschaffenheit und Struktur des sogenannten Scherbens bestimmt, also des eigentlichen Fliesenkörpers. Die Mischung aus Quarz/Lehm/Ton und die Brenntemperatur entscheiden über die Dichte. Durch die hohe Porosität und Wasseraufnahme ist Steingut nur im Innenbereich einsetzbar. Bei der Steingutfliese erreicht man eine hohe Maßgenauigkeit, dadurch ist eine schmale Fuge möglich. Man hat mit der Steingutfliese vielfältige Einsatzmöglichkeiten, z.B. eignet sie sich besonders für Dekorationselemente. Sie wird trocken gepresst, mit hoher Wasseraufnahme (> 10 %). Die Oberseite ist daher immer mit Glasur bedeckt. Eine typische Wandbekleidung für Innenräume (nicht frostbeständig).
Was ist Steinzeug?
Durch eine extrem hohen Brenntemperatur erhält diese Feinkeramik ihre hohe Festigkeit und ihre geringe Porosität. Ihre Vorteile liegen in der Frostsicherheit und Abriebfestigkeit. Steinzeug kommt glasiert und unglasiert zum Einsatz, wobei letzte sehr strapazierfähig sind. Sie wird trocken gepresst, dicht gebrannt mit geringer Wasseraufnahme. Sie ist für de Innen- wie Außenbereich geeignet, da sie frostbeständig ist. Wie bei der Steingut-Fliese hat sie eine hohe Maßgenauigkeit für enge Fugen. Das Angebot an Farben, Oberflächen und Design ist sehr vielfältig. Steinzeug-Fliesen sind sehr widerstandsfähig: säure- und laugenbeständig, druck- und stoßfest. Sie kann über eine differenzierte Trittsicherheit verfügen.
Glasierte Steinzeugfliesen sind wegen ihrer Beständigkeit gegen Abrieb in Gruppen unterteilt und können damit Anwendungsbereichen zugeordnet werden. Die Abriebbeständigkeit (Verschleißgruppe) von glasierten Steinzeugfliesen wird vom Hersteller angegeben.
Abriebgruppe I: Sehr leichte Beanspruchung.
Bodenbeläge in Räumen, die bei niedriger Begehungsfrequenz ohne kratzende Verschmutzung mit weich besohltem Schuhwerk begangen werden.
Einsatzgebiete: z. B. der Barfuß- und Hausschuhbereich wie Schlaf- und Sanitärräume im privaten Wohnungsbau.
Abriebgruppe II: Leichte Beanspruchung.
Bodenbeläge in Räumen, die bei niedriger Begehungsfrequenz unter geringer kratzender Verschmutzung mit normalem Schuhwerk belastet werden.
Einsatzgebiete: z. B. privater Wohnungsbau wie Wohn- und Esszimmer (jedoch nicht in Küchen), Eingangsbereichen, bei Außenbelägen und Treppen.
Abriebgruppe III: Mittlere Beanspruchung.
Bodenbeläge in Räumen, die bei mittlerer Begehungsfrequenz unter kratzender Verschmutzung mit normalem Schuhwerk belastet werden.
Einsatzgebiete: z. B. privater Wohnungsbau, wie in Dielen, Fluren sowie auf Terrassen und Balkonen (jedoch nicht in Küchen), sowie Beläge des Nichtwohnungsbaus mit vergleichbarer Beanspruchung, wie beispielsweise Hotelzimmer und Bäder.
Abriebgruppe IV: Stärkere Beanspruchung.
Bodenbeläge in Räumen, die bei stärkerer Begehungsfrequenz mit normalem Schuhwerk in Bezug auf Verschmutzungs- und Belastungsfähigkeit intensiv beansprucht werden.
Einsatzgebiete: z. B. Eingangsbereiche, Terrassen, Küchen, Verkaufs- und Wirtschaftsräume, Büros, Krankenhäuser, Hotels, Schulen und Verwaltungsgebäude.
Abriebgruppe V: Starke Beanspruchung.
Für Anwendungsbereiche mit sehr starkem Publikumsverkehr stehen Fliesen der Abriebgruppe V zur Verfügung, die einen sehr hohen Verschleißwiderstand aufweisen.
Einsatzgebiete: z. B. Friseurläden, Bäckereien, Imbissbuden, Eingangshallen für Hotels, Banken und Restaurants, Garagen, Industrielabore usw.
Stärkste Beanspruchung:
Unglasierte Steinzeugfliesen (UGL) haben einen Verschleißwiderstand, der zu den höchsten aller Bodenbeläge gehört. Auch nach jahrzehntelanger intensiver Beanspruchung ist eine Abnutzung dieses homogenen Materials praktisch nicht sichtbar.
Was ist Feinsteinzeug?
Feinsteinzeug hat durch ein besonders festes Gefüge und eine extrem geringe Wasseraufnahme noch bessere Gebrauchseigenschaften als Steinzeug. Die unglasierte Keramik genügt höchsten Anforderungen. Bei Feinsteinzeugfliesen handelt es sich um fein aufbereitete, unglasierte Fliesen mit extrem niedriger Wasseraufnahme, die der europaweit gültigen Norm DIN EN 176 entsprechen. Diese DIN nennt als Mindestanforderung einen Mittelwert für die Wasseraufnahme von max. 3 Gewichtsprozenten. Durch ihre dichte Gefügestruktur ist die Feinsteinzeugfliese weitgehend gegen Flecken unempfindlich und sehr reinigungsfreundlich. Außerdem bietet Feinsteinzeug neben ihren bereits genannten Vorteilen auch den Vorteil der Strapazierfähigkeit gegen Oberflächenverschleiß.
Was sind Fliesen aus Glas?
Fliesen aus Glas gibt es in vielen Varianten: klar, leuchtend, geriffelt und aus Recyclingglas und die in vielen Farben. Damit ergeben sich nicht nur viele neue Möglichkeiten der Farbgestaltung in den Räumen, sondern der Gestaltung überhaupt. Es gibt Fliesen aus Glas als Mosaik mit eingelegten Mustern oder mit schimmernder Hologramm-Oberfläche. Beliebt sind auch Glasmosaike mit einfarbiger oder metallischer Oberfläche. Glasfliesen besitzen eine höchste mechanische und chemische Widerstandsfähigkeit. Fliesen aus Glas sind pflegeleicht und hygienisch. Man braucht einen speziellen Kleber dafür.
Was versteht man unter Mosaik?
Mosaike sind kleinformatige Fliesen. Ihre Fläche ist kleiner als 10x10 cm. Zur einfacheren Verlegung werden Mosaike in der Regel auf Netz verklebt. Sie können aus den unterschiedlichsten Materialien bestehen, gerade aus Glas bringen sie viel Bewegung in einfarbige Flächen. Sie dienen heutzutage nicht mehr nur zur künstlerischen Gestaltung, auch wenn man sie gerade auch für gerundete Flächen stilvoll nutzen kann. Der hohe Fugenanteil unterstützt die Trittsicherheit und wird deshalb in letzter Zeit sehr gern als Bodenbelag für Duschbereiche verwendet. In Kombination mit großen Fliesen können Mosaike Highlights in jede Fläche setzen.
Was sind Fliesen aus Granit?
Granit ist von Natur aus schon sehr hart. Dies hat den Vorteil, dass diese Fliesen kratzunempfindlich sind. Sie können im Innen- und Außenbereich eingesetzt werden. Um ganz sicher zu gehen sollte man die Oberfläche versiegeln, damit die Fliesen gegen Flecken geschützt sind.
Was sind Fliesen aus Kalkstein?
Fliesen aus Kalkstein sind Natursteinplatten mit vielen Eigenschaften, weshalb man diese mit ihren vorwiegend hellen Beigetönen im Innen- wie auch im Außenbereich einsetzen kann. Sie sind robust, rutschfest und frostsicher. Je nachdem, wo man Kalksteinfliesen verwenden möchte, kommen ihre verschiedensten Oberflächen und Farbgebungen besonders zum Tragen.
Was sind Fliesen aus Keramik?
Keramikfliesen sind keramische Platten, die als Wandverkleidung und als Bodenbeläge im Innen- wie Außenbereich verwendet werden. Sie erfreuen sich auf Grund ihrer Formen-, Oberflächen- und Farbvielfalt immer größerer Beliebtheit. Wer mag nicht pflegeleichte, langlebige und hygienische Fliesen auf dem Fußboden oder an der Wand. Keramikfliesen sind auf Grund ihrer hervorragenden Eigenschaft als Wärmeleiter der ideale Belag für eine Fußbodenheizung.
Was sind Fliesen aus Marmor?
Marmor ist wie Granit in Millionen von Jahren gewachsen. Jede Fliese ist ein Unikat. Vornehmlich werden Marmorfliesen im Innenbereich eingesetzt. Ihre natürlichen Muster rgen auf jeden Fall die Phantasie an. Bei richtiger Pflege haben Marmorfliesen ebenfalls eine lange Lebensdauer.
Was sind Fliesen aus Schiefer?
Fliesen aus Schiefer sind gespaltete Platten und haben eine unregelmäßige Oberfläche, die im ersten Moment sehr rustikal wirkt. Sie besitzen eine hohe Rutschfestigkeit und sind frostsicher. Wenn sie versiegelt sind, sind sie unempfindlich gegen Säuren und Laugen. Fliesen aus Schiefer eignen sich auf Grund ihrer wasser- und ölabweisenden Eigenschaften besonders für Feuchträume. Allgemein kann man sagen, dass sich Fliesen aus Schiefer für Innenräume genauso wie für Außenräume eignen. Qualitativ hochwertige Schieferfliesen weisen eine hohe Beständigkeit gegenüber den äußeren Witterungsbedingungen auf und sie gelten als sehr schmutzunempfindlich. Optisch kann man Schiefer mit Leinöl wieder farblich auffrischen. Auch wenn er leicht zerkratzt werden kann, wirken diese Ritzen eher natürlich und werden selten als störend empfunden.
Was sind Fliesen aus Terrakotta?
Die Herkunft der Terrakottafliese (ital.: terra cotta = gebrannte Erde) liegt im Mittelmeerraum, meist in der Toskana. Hier werden sie per Hand geformt und erhalten mit den Jahren eine Patina, die den Charme dieser Fliese ausmacht. Fliesen aus Terrakotta sind wegen ihrer naturbelassenen Art atmungsaktiv und regulieren die Raumluftfeuchtigkeit auf eine natürliche Weise. Auf Grund ihrer Großporigkeit empfiehlt sich eine Versiegelung, um auch die Fleckempfindlichkeit zu verringern. Ein schöner Nebeneffekt dabei ist eine Farbintensivierung der Fliese. Dank ihres warmen rotbraunen Farbtons werden sie gern in rustikal eingerichteten Räumen genutzt. Die maschinell hergestellte Fliese ist glatter als die handgefertigte und passt eher zu einer modernen Einrichtung.
Was sind Bordüren?
Bordüren sind schmale meist rechteckige Fliesen, die wie ein Band in eine geflieste Wand verlegt werden. Damit kann man z. B. die Raumhöhe optisch ändern. Man setzt Bordüren auch immer mehr zwischen den Bodenfliesen ein, um geometrische Muster zu erzeugen.
Was versteht man unter Fliesen-Trittsicherheit?
Fliesen sollten in den verschiedenen Wohnbereichen eine bestimmte Rutschhemmung oder eben Trittsicherheit haben. Im gewerblichen Bereich müssen die Fliesen nach dem Verwendung bestimmten Kriterien entsprechen. Dafür gibt es Trittsicherheits-Bewertungsgruppen für Bodenfliesen:
R9 steht für einen geringen "Haftreibwert" und ist für die normale private Anwendung empfohlen. Trittsicher bis zu einem Neigungswinkel von 3° bis 10° auf der schiefen Ebene.
Leichte Rutschfestigkeit für die Küche, den Eingangsbereich oder das Bad.
R10 steht für einen normalen "Haftreibwert", trittsicher bis zu einem Neigungswinkel von 10° bis 19° empfiehlt sich für "barrierefrei".
Mittlere Rutschfestigkeit für das Bad oder die Terrasse.
R11 steht für einen erhöhten "Haftreibwert", trittsicher bis zu einem Neigungswinkel von 19° bis 27°.
Hohe Rutschfestigkeit für das Bad, vor allem im Duschbereich.
R12 steht für einen großen "Haftreibwert", trittsicher bis zu einem Neigungswinkel von 27° bis 35°.
R13 steht für einen sehr großen "Haftreibwert", trittsicher bis zu einem Neigungswinkel von über 35°.
A Zusätzlicher Schutz für Barfußbereiche mit leichtem Wasserkontakt für trockene Böden.
B Zusätzlicher Schutz für Barfußbereiche mit erhöhtem Wasserkontakt für nasse Böden.
C Zusätzlicher Schutz für Barfußbereiche mit stark erhöhtem Wasserkontakt für Schwimmbäder.
So wichtig wie die Rutschhemmung auch ist, desto rauer ist dadurch die Oberfläche. Das bedeutet für Sie einen höheren Aufwand für die Reinigung der Bodenfliesen. Aus diesem Grund werden für den privaten Bereich R9 und R10 als ratsamer Standard empfohlen.
Was versteht man unter Verdrängungsvolumen?
Fliesen, die mit öl- oder fetthaltigen Stoffen in Berührung kommen, müssen ein bestimmtes Verdrängungsvolumen aufweisen. Zum Nachweis einer besonders hohen Rutschhemmung gibt es zusätzliche „V“-Werte. Sie machen das Verdrängungsvolumen von Reliefoberflächen kenntlich. Beispiel: Die Bewertungsgruppe R13 V8 steht für die Rutschfestigkeit R13 und eine Volumenaufnahme von 8cm³/dm². Relevant ist diese beispielsweise für Schlachtereien.
Was empfehlen Sie für die Reinigung und Pflege von Fliesen?
Die Pflege richtet sich in erster Linie nach der Beschaffenheit der Fliesenoberfläche. Man kann verschiedene Methoden anwenden, um die Pflege zu erleichtern. Es gibt die Oberflächenveredelung oder eine Veredelung wie der Lotus-Effekt.
Neu verlegte Fliesen werden beim 1. Mal mit dem Ausfugen nachgewaschen. Einige Zeit später kann man den restlichen Schmutz mit Zementschleierentferner beseitigen.
In der Zeit danach macht sich der Pflegevorteil von Fliesen im Wohnbereich besonders bemerkbar, denn dieser ist ja grad wegen der Beschaffenheit der Fliesen sehr gering. Sie können Spülmittel oder Glasreiniger zum Reinigungswasser dazu geben und glasierte Oberflächen und glatte Feinsteinzeugfliesen damit leicht abwaschen.
In Räumen, die gewerblich genutzt werden oder öffentlich sind, wird die Reinigung entschieden aufwendiger. Hier müssen abriebfeste bzw. trittsichere Fliesen verwendet werden. Die Oberfläche der Fliesen ist rau und profiliert. Hier eignen sich besonders schonende Reinigungsmittel, wie die z.B. auf Laugenbasis.
Eine schützende Pflege sollte man den Fliesen im Außenbereich zu kommen lassen, außer diese haben von vornherein schon eine entsprechende Oberflächenveredelung. Verwenden Sie am besten Lösungen aus Siliconharz und Hartwachs, damit bleiben Ihnen die schönen Oberflächen bei regelmäßiger Pflege erhalten.
Warum sind Fugen wichtig?
Fugen sind ein wichtiger Bestandteil eines Fliesenfußbodenbelags. Fugen dichten letztendlich den Boden- oder Wandbelag ab. Einerseits kann man mit Fugen auch kleinere Unebenheiten des Bodens und bei Fliesen kaschieren, andererseits können Fugen gestalterischen Einfluss nehmen. Den Gesamteindruck macht das Zusammenspiel von Fliese und Fuge aus. Je harmonischer die Farbe und das Design wirkt, desto größer erscheint uns die Fläche. Es bleibt letztendlich Geschmackssache, ob man große Fugen mit rustikalem Design verbindet oder die elegantere Version mit engen Fugen bevorzugt.
Welchen Einfluss hat der Untergrund auf die Fliesen?
Fliesen bestehen aus hartem Material. Das bedeutet für den Untergrund, dass die Fliesen Unebenheiten nicht einfach so wegstecken können. Also sollte der Untergrund eben sein. Ist dies nicht der Fall, kann man mit Ausgleichsmasse eine glatte Verlegefläche herstellen. Verlegt man kleinere Fliesen, sind kleinere Unebenheiten nicht kritisch, zumal wenn man hochwertigen flexiblen Kleber nutzt. Je nach Baustoff muss der Untergrund vor dem Verlegen grundiert werden. Damit sich eine gleichmäßige Klebefläche ergibt, wird die Masse nach dem Auftragen des Klebers mit Hilfe eines Zahnspachtels durchkämmt.
Verlegt man rechteckige Fliesen hochkant oder besser quer?
Diese Frage ist eine rein optische Frage. Es bleibt letztendlich jedem selbst überlassen, wie er die Fliesen anbringen möchte. Haben Sie niedrige und lange Wände, dann dann sollten Sie die Fliesen hochkant verlegen. So wirken die Wände optisch höher. Sind sie in einem Raum mit hohen und schmalen Wänden, dann lassen quer verlegte Fliese den Raum optisch breiter wirken. Um ein harmonisches Gesamtbild zu erreichen, sollten Sie die Verlegerichtung mit dem gesamten Konzept in Zusammenhang mit den anderen Stilmitteln in Auge behalten.
Zu welchen Farben raten Sie?
Natürlich ist die Farbwahl immer abhängig vom persönlichen Geschmack und von der Räumlichkeit.
Für Terrassen sollten Sie sich für helle Farben entscheiden, da sich dunkle Farben in der Sonne zu stark aufheizen. Es kann passieren, dass man sich bei der Berührung leicht die Haut verbrennt.
Orange / Rot sind sehr energiereiche Farben. Sie geben optische Tiefe sowie starke erwachende und erheiternde Emotionen.
Schwarz / Weiß ist zeitlos und entfaltet bei entsprechender Gestaltung schöne Kontraste und eine sehr edle Wirkung.
Beige / Braun sind warme erdige Töne. Sie fördern das Gefühl von wohliger Nähe und Geborgenheit.
Grün ist sehr frisch, erinnert an die Natur und gibt ein Gefühl von immer wiederkehrender Spannung. Sollte sparsam eingesetzt werden.
Blau ist die Farbe des Wassers. Sie wirkt zwar kühl, schafft dafür aber starke Emotionen der Reinheit und Sauberkeit.
Grau ist ein Zwischenton aus Schwarz und Weiß, wirkt ebenfalls zeitlos und ruhig. Anspruchslos in der Pflege.
Was ist besser, Naturstein oder Feinsteinzeug?
Lassen Sie sich bei der Wahl des Materials von optischen, funktionalen und nicht zuletzt von persönlichen Gründen leiten.
Ein Naturstein ist immer einzigartig, praktisch ein Einzelstück. Er wird aus der Natur gewonnen. Naturstein ist frostfest, kann für den Innen- wie auch für den Außenbereich eingesetzt werden. Optisch kann er sehr unterschiedlich wirken, ruhig oder lebendig, weich oder auch hart. Sein größter Vorteil ist die Möglichkeit ihn in jeder gewünschten Größe herstellen und bearbeiten zu können. Darum eignet er sich besonders für fugenlose Duschtassen oder Duschwände aus Naturstein.
Feinsteinzeug ist ein sehr strapazierfähiges Material, härter als Stein. Die Oberfläche kann rau, glatt oder poliert oder eben sein. Fliesen aus Feinsteinzeug sind zwar unempfindlich und einfach in der Pflege, jedoch ist nicht jedes für innen und außen einsetzbar. Durch Digitaldruck ist ebenfalls eine absolut reine Qualität der Optik möglich, welche der des Natursteins in nichts nachsteht.
Was bedeutet der Fliesenzusatz rektifiziert bzw. kalibriert?
Bei diesem Verfahren werden die Fliesen nach dem Brennvorgang maschinell auf eine einheitliche Größe mit 90° Kanten bearbeitet. Hierdurch ist jede Fliese gleich groß und ermöglicht dem Fliesenleger das Verlegen einer minimal großen Fuge von 1,5 bis 2 mm Breite. Dies ist ein erheblicher Vorteil für die Gesamtwirkung des Fugenbildes und minimiert gleichzeitig den Pflegeaufwand.
Hat die Oberfläche einer Fliese direkten Einfluss auf den Pflegeaufwand?
Fliesen mit bewegten und strukturierten Oberflächen können Flecken über längere Zeit gut verstecken. Z.B. lassen besonders anthrazitfarbene oder grau- und terracottafarbene Oberflächen mit hohem Farbspiel nur wenig Schmutz erahnen. Auch Oberflächen mit nur leichtem Relief sorgen dafür, dass sich Schmutz kaum eintreten lässt.
Was sagt mir „Bewertungsgruppen und Anwendungsbereiche: A 12°-18°“?
Fliesen sollten in den verschiedenen Wohnbereichen eine bestimmte Rutschhemmung oder eben Trittsicherheit haben. Im gewerblichen Bereich müssen die Fliesen nach dem Verwendung bestimmten Kriterien entsprechen. Dafür gibt es Trittsicherheits-Bewertungsgruppen für Bodenfliesen:
R9 steht für einen geringen "Haftreibwert" und ist für die normale private Anwendung empfohlen. Trittsicher bis zu einem Neigungswinkel von 3° bis 10° auf der schiefen Ebene.
Leichte Rutschfestigkeit für die Küche, den Eingangsbereich oder das Bad.
R10 steht für einen normalen "Haftreibwert", trittsicher bis zu einem Neigungswinkel von 10° bis 19° empfiehlt sich für "barrierefrei".
Mittlere Rutschfestigkeit für das Bad oder die Terrasse.
R11 steht für einen erhöhten "Haftreibwert", trittsicher bis zu einem Neigungswinkel von 19° bis 27°.
Hohe Rutschfestigkeit für das Bad, vor allem im Duschbereich.
R12 steht für einen großen "Haftreibwert", trittsicher bis zu einem Neigungswinkel von 27° bis 35°.
R13 steht für einen sehr großen "Haftreibwert", trittsicher bis zu einem Neigungswinkel von über 35°.
A Zusätzlicher Schutz für Barfußbereiche mit leichtem Wasserkontakt für trockene Böden.
B Zusätzlicher Schutz für Barfußbereiche mit erhöhtem Wasserkontakt für nasse Böden.
C Zusätzlicher Schutz für Barfußbereiche mit stark erhöhtem Wasserkontakt für Schwimmbäder.
So wichtig wie die Rutschhemmung auch ist, desto rauer ist dadurch die Oberfläche. Das bedeutet für Sie einen höheren Aufwand für die Reinigung der Bodenfliesen. Aus diesem Grund werden für den privaten Bereich R9 und R10 als ratsamer Standard empfohlen.
Kann ich das gesamte Bad mit Fliesen bedecken?
Vom Prinzip her ja, es gibt keine allgemeingültigen Regeln oder Richtlinien dafür. Wenn man die Fliese nicht nur als Fliese sieht, sondern sie als Gestaltungselement, können Fliesen einen Raum wohnlicher und behaglicher machen. Bedenkt man, dass Wandbereiche, die nicht gefliest sind, ein Nährboden für Bakterien darstellen, ist der Gedanke, den gesamten zu fliesen nicht abwegig.
Sollte ich für ein kleines Bad kleine Fliesen nehmen?
Man sollte es kaum glauben, aber es ist so, dass große Fliesen kleine Räume größer aussehen lassen. Das hängt hauptsächlich mit den Fugen zusammen, die diesen optischen Vorteil erzeugen. Je harmonischer die Fugenfarbe mit der Fliese korrespondiert, desto großflächiger wirkt der Boden und damit auch der Raum. Eine Fliesengröße vom Format 30x30 cm ist optimal für einen kleinen Raum, dagegen lassen große Räume eine größere Auswahl an Formaten zu. Mit Mosaikfliesen können Sie auch einem kleinen Raum Effekte setzen. Sie wirken durch ihr Farbspiel und gerade durch den hohen Anteil von Fugen auf kleinem Raum nicht einengend, sondern setzen Akzente. Gerade der Kontrast zwischen kleinen Mosaiken und großen Fliesen kann Tiefe erzeugen.
Sind große Fliesen einfacher zu verlegen als kleine Fliesen?
Nein, sie haben mehr Aufwand und brauchen dadurch mehr Zeit zum Verlegen als bei kleineren Fliesen. Gerade große Fliesen benötigen eine gründliche Vorbereitung der Flächen, auf denen sie verlegt werden sollen. Die Untergründe müssen sehr eben sein, was man nur mit intensiven Spachtel- und Ausgleichsarbeiten erzielt. Große Fliesen sind schwieriger zu handhaben, wenn es darum geht, diese ohne Hohlräume auf den Untergrund zu bringen. Gerade auf Wänden wird das schwierig, da große Fliesen bekanntermaßen schwer sind. Dazu kommt der große Bedarf an Kleber für diese Fliesen.
Kann ich Bodenfliesen auch auf die Wand setzen?
Vom Prinzip her ja. Dies bedeutet einen erheblichen Aufwand beim Verlegen. Aber wenn es optisch die Sache wert ist, sollte man die optisch harmonisch wirkenden Bodenfliesen auch dafür nutzen.
Sollte man ein Bad oder Nassbereich trotz Fliesen abdichten?
Es ist ein Irrglaube, dass man dies nicht braucht, nur weil man ja jetzt Fliesen hat. Fliesen können auch mal reißen, Fugen undicht werden. Nicht nur durch den Zahn der Zeit, sondern auch weil jede Fläche arbeitet, so auch Wände und Böden. So kann Feuchtigkeit unter den Fliesen entstehen, die Nährboden für gesundheitlich gefährliche Schimmelpilze sind. Meist wird dies erst entdeckt, wenn es schon zu spät ist. Da kommen Kosten auf Sie zu, die eine Abdichtung vorher um ein vielfaches übersteigen.
Wie messe ich korrekt mein Badezimmer für Fliesen aus? Worauf muss ich dabei achten?
Sie brauchen für die Menge Ihrer Fliesen die Maße des Raumes, also Länge x Breite. Da so ein Raum selten ohne Ecken und Kanten ist, rechnen Sie bitte gleich 10% an Materialbedarf dazu, für Musterverschnitt, Bruch und als eventuelle Reserve für Raparaturen. Wollen Sie Aktionsware kaufen, sollten Sie großzügiger kalkulieren, weil Sie diese vielleicht später nicht nachkaufen können. Hat Ihr Raum mehr Nischen und Ecken, rechnen Sie bitte noch einmal 5-10% dazu. Wollen Sie für Wände Fliesen kaufen, dann verfahren Sie genauso, also Breite x Raumhöhe oder eben Höhe des Fliesenspiegels. Es versteht sich von selbst, dass Türen und Fenster raus gerechnet werden.
Welche Fliesen sollte man für den Boden in einem Bad nehmen?
Vom Prinzip gibt es keine allgemeingültigen Regeln oder Richtlinien dafür. Wenn man die Fliese nicht nur als Fliese sieht, sondern als Gestaltungselement, können Fliesen einen Raum wohnlicher und behaglicher machen. Bedenkt man, dass Wandbereiche, die nicht gefliest sind, ein Nährboden für Bakterien darstellen, ist der Gedanke, den gesamten Nassbereich zu fliesen, nicht abwegig. Man sollte es kaum glauben, aber es ist so, dass große Fliesen kleine Räume größer aussehen lassen. Das hängt hauptsächlich mit den Fugen zusammen, die diesen optischen Vorteil erzeugen. Je harmonischer die Fugenfarbe mit der Fliese korrespondiert, desto großflächiger wirkt der Boden und damit auch der Raum. Eine Fliesengröße vom Format 30x30 cm ist optimal für einen kleinen Raum, dagegen lassen große Räume eine größere Auswahl an Formaten zu. Mit Mosaikfliesen können Sie auch in einem kleinen Raum Effekte setzen. Sie wirken durch ihr Farbspiel und gerade durch den hohen Anteil von Fugen auf kleinem Raum nicht einengend, sondern setzen Akzente. Gerade der Kontrast zwischen kleinen Mosaiken und großen Fliesen kann Tiefe erzeugen. Bedenken Sie aber, dass große Fliesen mehr Aufwand und dadurch mehr Zeit zum Verlegen benötigen. Gerade große Fliesen fordern eine gründliche Vorbereitung der Flächen, auf denen sie verlegt werden sollen. Die Untergründe müssen sehr eben sein, was man nur mit intensiven Spachtel- und Ausgleichsarbeiten erzielt. Große Fliesen sind schwieriger zu handhaben, wenn es darum geht, diese ohne Hohlräume auf den Untergrund zu bringen. Gerade auf Wänden wird das schwierig, da große Fliesen bekanntermaßen schwer sind. Dazu kommt der große Bedarf an Kleber für diese Fliesen.
Kann man Fliesen auf alten Fliesen verlegen?
Alte Fliesen müssen nicht zwangsläufig mit Hammer und Meißel entfernt werden. Man klopft mit einem Hammerstil vorsichtig jede alte Fliese ab. Klingt diese hohl, sollte sie entfernt werden, da nur auf wirklich gut haftenden Fliesen ein neuer Fliesenspiegel aufgebracht werden kann. Ist ausreichende Tragfähigkeit vorhanden, können die Fliesen einfach überklebt werden. Noch ein Tipp: Die alten Fliesen sollten vorher gründlich gereinigt werden, am besten mit Fliesenreiniger, damit auch der letzte Fettablagerung entfernt wird.
Können Fliesen, insbesondere rektifizierte Fliesen, fugenlos verlegt werden?
Wandfliesen werden üblicherweise mit 2,5 bis 3mm Fugenbreite verlegt. Für Bodenfliesen gibt der Hersteller seine Empfehlungen dafür. Rektifizierte Fliesen wurden nach dem Brennvorgang auf eine einheitliche Größe mit 90° Kanten bearbeitet. Hierdurch ist jede Fliese gleich groß und ermöglicht dem Fliesenleger das Verlegen einer minimal großen Fuge von 1,5 bis 2 mm Breite. Nur rektifizierte Fliesen lassen filigrane Fugen zu. Dies ist ein erheblicher Vorteil für die Gesamtwirkung des Fugenbildes und minimiert gleichzeitig den Pflegeaufwand. Der Trend geht in die Richtung immer größere Fliesen zu verwenden.
Müssen Fliesen nach der Verlegung und Verfugung nachbehandelt werden?
Neu verlegte Fliesen werden beim 1. Mal mit dem Ausfugen nachgewaschen. Einige Zeit später kann man den restlichen Schmutz mit Zementschleierentferner beseitigen. Die Pflege richtet sich in erster Linie nach der Beschaffenheit der Fliesenoberfläche. Man kann verschiedene Methoden anwenden, um die Pflege zu erleichtern. Es gibt die Oberflächenveredelung oder eine Veredelung wie der Lotus-Effekt. In der Zeit danach macht sich der Pflegevorteil von Fliesen im Wohnbereich besonders bemerkbar, denn dieser ist ja grad wegen der Beschaffenheit der Fliesen sehr gering. Sie können Spülmittel oder Glasreiniger zum Reinigungswasser dazu geben und glasierte Oberflächen und glatte Feinsteinzeugfliesen damit leicht abwaschen.
In Räumen, die gewerblich genutzt werden oder öffentlich sind, wird die Reinigung entschieden aufwendiger. Hier müssen abriebfeste bzw. trittsichere Fliesen verwendet werden. Die Oberfläche der Fliesen ist rau und profiliert. Hier eignen sich besonders schonende Reinigungsmittel, wie die z.B. auf Laugenbasis.
Eine schützende Pflege sollte man den Fliesen im Außenbereich zu kommen lassen, außer diese haben von vornherein schon eine entsprechende Oberflächenveredelung. Verwenden Sie am besten Lösungen aus Siliconharz und Hartwachs, damit bleiben Ihnen die schönen Oberflächen bei regelmäßiger Pflege erhalten.
Was tun bei kleineren oder größeren Schäden an der Fliesenoberfläche?
Fliesen gehören von Natur aus zu den besonders beständigen Belag-Arten. Trotz größter Vorsicht können die Fliesen durch jahrelange Abnutzung oder durch Herunterfallen von harten Gegenständen, z.B. im Nassbereich, beschädigt werden. Natürlich kommt es beim Fliesen ausbessern auch immer auf das bestehende Fliesenprofil an. Denn die Reparatur von Naturstein Fliesen erfordert ganz andere Maßnahmen als das Ausbessern von glasierten Fliesen. Für die Reparatur einer Fliese gibt es viele chemische Mittel. Eine Methode wäre die Verwendung von Epoxidharz, eine andere die Verwendung von Zweikomponentenkleber. Dieser sollte am besten in transparenter Ausführung gekauft werden und dann mit der richtigen Abtönfarbe an die Fliesenfarbe angepasst werden. Um die passende Farbe anzugleichen, bietet sich eine einfache Lösung an: Farbpigmente lassen sich einfach von der Mine eines Buntstiftes mit einem scharfen Messer abkratzen. So lässt sich die Farbe auf leichtem Weg mischen und dosieren. Gerade bei bestimmten Fliesen Verlegemustern ist es nötig, die jeweiligen Farben der Fliesen zu mischen. Man kann als eine andere Möglichkeit zu einem Reparatur Kit greifen. Mit ihm lassen sich Bohrlöcher, Oberflächenschäden und größere Kratzer reparieren. Für kleinere Oberflächenschäden, wie Risse in Fliesen oder kleinere Kratzer ist ein Fliesen Reparatur Stift eine weitaus günstigere Alternative. Bei etwas größeren Löchern oder Schäden, wie Rissen quer durch die Fliese, lohnt sich allerdings diese Fliese auszutauschen. Hierfür wird die einzelne Fliese aus der bestehenden Silikonfuge gehebelt und vorsichtig vom bestehenden Fliesenkleber gelöst. Um die Fliese einfacher zu entfernen und das Beschädigen der umliegenden Fliesen zu vermeiden, empfiehlt es sich, die Fliese mit einem Hammer zu teilen. Die Lücke kann dann durch eine neue Fliese geschlossen werden. Naturstein-Risse sollten schnell repariert werden, da sonst die Gefahr besteht, dass die Risse sich vergrößern. Bei einer größeren Beschädigung hilft meist nur der Austausch der kompletten Naturstein-Platte. Kleinere Sprünge können durch Kunstharz oder Hartwachse aufgefüllt und verschlossen werden.
Was sollte man bei Fugen bedenken?
Es gibt eine Vielzahl von Fugen, die letztendlich den verschiedenen Ausdehnungskoeffizienten der unterschiedlich verwendeter Werkstoffe Rechnung tragen müssen. Hierzu zählen Dehnungsfugen, Dilatationsfugen, Setzfugen, Gleitfugen, Anschlussfugen und Bautrennfugen. Aber auch bei der Abschlussfuge des Fliesenbelages an der Wand handelt es sich immer um eine Dehnungsfuge. Diese Randfugen im Übergang vom Boden zur Wand gelten stets als Wartungsfugen: Sie müssen regelmäßig einer Sicht- sowie Dichtigkeitsprüfung unterzogen und gegebenenfalls erneuert werden. Meistens werden sie mit elastischen Dichtstoffen wie Silikon gefüllt. Dehnungsfugen zwischen zwei Räumen werden unter dem Türblatt angelegt. Arbeitsfugen, Schattenfugen, Scheinfugen und Pressfugen hingegen können auch starr ausgebildet werden. Die richtige Auswahl des geeigneten Fugenmörtels ist für die Langlebigkeit eines keramischen Belages mitentscheidend.
Was ist beim Schneiden und Bohren von Feinsteinzeug- und Steinzeugfliesen zu beachten?
Feinsteinzeug ist nicht nur ausgesprochen hart, sondern auch spröde. Aus diesem Grund werden die Resultate beim Versuch kleinere Ecken aus Fliesen zu schneiden, gerade bei Anfängern nicht optimal sein. Unser Tipp: ritzen Sie die Vorderseite der Fliese aus Feinsteinzeug an und klopfen Sie auf der Rückseite mit einem kleinen Fliesenhammer und mit viel Gefühl genau die richtigen Stellen, so wird die Fliese genau an dieser Linie brechen. Für größere Schnitte an der Feinsteinzeugfliese benötigen Sie jedoch eine professionelle Fliesenschneidmaschine mit Diamantscheibe. Gerade für Rundungen ist dies sehr empfehlenswert. Steinzeug- und Feinsteinzeugfliesen lassen sich aufgrund des dichten Materialgefüges nicht mit konventionellen Hartmetallbohrern bearbeiten. Zum Bohren benötigen Sie spezielle Bohrer, die Sie nass oder trocken einsetzen können, wie z.B. Diamantfräsen, mit denen Sie ca. 30 Löcher bohren können.
Können Risse in der Glasur entstehen?
Als Glasur bezeichnet man Spezialglas, das als ca. 0,1 mm dünne Schicht auf eine Steingut- oder Steinzeugfliese aufgebracht wird. Hier können Glasurrisse entstehen, die meist Dehnungsvorgängen in der Fliese geschuldet sind. Fliesen, die zu solchen Glasuren neigen, werden vom Hersteller extra gekennzeichnet (Craquelé).
Ist es technisch machbar, unterschiedliche Fliesengrößen im Fugenschnitt zu verlegen?
Fugenschnitt bedeutet bei der Verlegung von Fliesen die Fortführung der vertikalen Wandfliesenfugen in die Bodenfliesen und umgekehrt. Beispielsweise können Bodenfliesen im Format 60 x 60 cm mit waagerecht verlegten Wandfliesen im Format 60 x 30 cm und mit 60 cm langen Sockelfliesen sowie entsprechend langen Dekorelementen im Fugenschnitt kombiniert werden. Um ein einheitliches optisches Gesamtbild zu erhalten wird dieses Gestaltungsmittel eingesetzt. Man muss aber darauf achten, dass die Seitenlängen der verwendeten Fliesen übereinstimmen, damit man am Ende nicht unterschiedlich breite Fugen hat.
Welche Unterschiede gibt es zwischen den Materialien „Glas“ und „Steingut glasiert“?
Steingutfliesen zählen zu den Keramikfliesen und bestehen aus Ton, Quarz, Kreide, Porzallenerde. Glasfliesen zeichnen sich durch eine abwechslungsreiche Vielzahl von Farben aus und können sogar für Lichteffekte sorgen. Da Steingutfliesen sehr porös sind, können Sie im Außenbereich kaum eingesetzt werden. Glasfliesen sind dagegen überall einsetzbar, um z.B. in Form kleiner Mosaiksteine als Bordüre gestalterische Akzente zu setzen.
Sind Steingut und glasiertes Steinzeug gegen Chemikalien beständig?
Ja, sie sind gegen Haushaltchemikalien und Badewasserzusätze nach DIN EN 122 gegen Säuren und Laugen, wenn zuvor vereinbart, beständig. Unglasierte Steinzeugfliesen sind beständig nach DIN EN 106, außer gegen Flusssäure und deren Verbindung.
Worauf sollte man bei Fliesen für die Dusche achten?
Im Bad bieten sich bodengleiche Duschböden an, die nicht nur modern aussehen, sondern auch ein bequemes und müheloses Einsteigen ermöglichen. Entscheidet man sich statt für eine Duschwanne für Fliesen, muss man vor dem Kauf einiges bedenken: Fliesen sollten in den verschiedenen Wohnbereichen eine bestimmte Rutschhemmung oder Trittsicherheit haben. R11 steht für einen erhöhten "Haftreibwert", trittsicher bis zu einem Neigungswinkel von 19° bis 27°, das bedeutet hohe Rutschfestigkeit für das Bad, vor allem im Duschbereich! Es gibt für Fliesen im Duschbereich auch Nachteile, zum einen müssen die Fliesenfugen öfter gereinigt werden, außerdem besteht die Gefahr des Duchfeuchtens. Für den Wasserablauf gibt es verschiedene Möglichkeiten, die von Größe und Höhe des Raumes abhängen.